Fünfmeter-Krimi in Heidelberg

Wasserball 1. Mannschaft 10.02.2013 Claus Bastian / Wolfgang Philipps waterpoloworld

Die 24. Saison um den deutschen Wasserballpokal hat den Frauen des SV Nikar Heidelberg vor heimischer Kulisse zum achten Mal seit 1995 den Sprung unter die letzten Vier gebracht. In einem hochdramatischen Duell zweier Erstligisten setzte sich die Mannschaft des Gastgebers in ihrem Trainingsbecken des Olympiastützpunkts im Neuenheimer Feld gegen den Vorjahresvierten Freie Schwimmer Duisburg mit 14:11 (2:3, 1:2, 2:1, 3:2/1:1, 1:1, 4:1) Toren nach Verlängerung und Fünfmeterwerfen durch.

Nach den 32 Spielminuten der regulären Dauer hatte es 8:8 gestanden, die beiden Halbzeiten der Verlängerung endeten jeweils 1:1, ehe die alles entscheidenden Duelle Werferin gegen Torfrau ein 4:1 für die trefflichen Schützlinge von Nikar-Trainer Dr. Kai van der Bosch ergab. Ohne Nationalspielerin Anne Reuter, deren Rückkehr aus den USA sich zum Leidwesen der Nikar-Verantwortlichen um einen Tag verzögert hatte, gab es für die Gastgeberinnen in den ersten drei Spielvierteln gegen die selbstbewußt aufspielenden Rheinländerinnen, die diesmal auch ihre frühere Nationalspielerin Nadja Pozzi mitgebracht hatten, bis zum 4:6 dreimal einen Zwei-Tore Rückstand.

Über 6:6, 7:7 und 7:8 schafften die Einheimischen 64 Sekunden vor Ende der regulären Spieldauer mit ihrem achten Tor eine Verlängerung und sorgten damit für die Wiederholung des Punktspielresultats vor Monatsfrist an gleicher Stelle. Der Nachschlag brachte das 2:2 und damit abermals keine Entscheidung, wobei hier der „rettende“ Nikar-Treffer durch eine trickreiche Angriffsvariante nach einer Auszeit sechs Sekunden vor Schluß fiel – beide Heidelberger Tore fielen in der Verlängerung durch Luise Zimmermann. Das abschließende Fünfmeterwerfen als krönende Hochspannung sah dann ein Nikar-Quartett mit den besseren Nerven, wobei die routinierte Torhüterin Nadine Beranek lediglich einen Treffer zuließ. So lief es in dieser Schlußphase vom 10:10 über 13:10 und 13:11 zum viel umjubelten Endstand des 14:11.

Heidelberg qualifizierte sich erstmals seit 2008 wieder für die nationale Endrunde, die nach den aktuellen Planungen an einem noch unbekannten Ort über Pfingsten ausgespielt werden wird. Duisburg ist dagegen nach den beiden Halbfinalteilnahmen des Vorjahres im Pokalwettbewerb jetzt dagegen nur noch Zuschauer. Im Lostopf für das auf der Endrunde ausgespielte Halbfinale sind außerdem noch ebenfalls mit Heimspielsiegen ETV Hamburg (14:11 gegen Hohenlimburger SV) und Vorjahressieger SV Bayer 08 Uerdingen (21:14 gegen Rekordgewinner SV Blau-Weiß Bochum). Dazu gesellt sich der Gewinner des noch ausstehenden Viertelfinales zwischen SG Neukölln und dem Hannoverschen SV, der in einem Wiederholungsspiel mit 20:3 beim SC Chemnitz gewonnen.

SV Nikar Heidelberg – Freie Schwimmer Duisburg 14:11 (2:3, 1:2, 2:1, 3:2/1:1, 1:1, 4:1)

Heidelberg: Nadine Beranek - Nora Berg, Katharina Zegers, Mara Ruhnau, Tassja Buchheit, Sina van der Bosch 3, Alicia Schirmer 1, Julianna Maenner, Geralsine Rabouil, Luise Zimmermann 4, Nadja Kreis 1, Julia Henschel 1, Silke van der Bosch.
Trainer: Dr. Kai van der Bosch

Duisburg: Jana Lueg - Karola Gerresheim 2, Lara Deißmann, Verena Sturm, Kim Sabrina Illinger 1, Katrin Juntermanns, Alina Korneli 1, Annika Bonnen 1, Nadja Pozzi 3, Ricarda Hannen 2, Natacsha Sanfilippo, Ronja Kerßenboom.
Trainer: Kai Obschernikat

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