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Sportler ärgern sich über gebrauchte Spritzen vor Turnhalle

Volleyball 19.12.2017 WAZ - Kristina Mader

Vor der Turnhalle an der Bismarckstraße spritzen sich Suchtkranke regelmäßig Drogen. Verein sieht Jugend gefährdet und drängt auf Lösungen.

Auf dem Gelände vor der Turnhalle an der Bismarckstraße in Neudorf kommt es zu unfreiwilligen Zusammentreffen von Sportlern und Drogenabhängigen. Hans Becker trainiert dort die Kinder und Jugendlichen der Volleyballabteilung des Vereins Freie Schwimmer Duisburg. Immer wieder sehen er und seine Vereinskollegen, wie sich Menschen dort Spritzen setzen und diese vor der Halle entsorgen.

Foto: Michael Dahlke

Hans Becker hält den Spritzenautomaten für sinnvoll, sieht durch ihn aber gleichzeitig die Jugendarbeit seines Sportvereins gefährdet.

„Volleyballteams von Außerhalb sagen immer, wir kommen zu euch ins Ghetto“, berichtet Becker. In der Tat hat die Turnhalle an der Bismarckstraße schon bessere Tage erlebt: Die Eingangstüren sind mit Graffiti beschmiert, innen ragen Kabel aus den Wänden. „Trotzdem sind wir froh, dass wir die Halle nutzen können, sie ist zweckmäßig“, sagt Becker.

Viel schlimmer sei die Situation auf dem Gelände rund herum. „Neulich saß eine Frau gegen Mittag mit heruntergelassener Jeans auf den Stufen der Halle und spritzte sich ins Bein“, berichtet er. Als am frühen Abend des gleichen Tages eine Jugendtrainerin die Halle betreten wollte, habe sie zwei Männer angetroffen, die ebenfalls mit heruntergelassenen Hosen dort hockten. „Sie hat Angst bekommen und sich nicht rein getraut.“ Becker hat durchaus Verständnis für die Suchtkranken. „Das ist sehr traurig, sie tun ja niemandem was“, findet er. Dennoch müsse etwas unternommen werden, um den Angst-Raum zu entschärfen.

Schräg gegenüber der Halle hat die Aids-Hilfe Duisburg/Kreis Wesel ihre Räume. Vor diesen hängt der einzige Spritzenautomat der Stadt, aus dem sich die Klienten gegen 50 Cent sauberes Besteck ziehen und das benutzte in einen Müllbehälter entsorgen können.

Foto: Michael Dahlke

Mitarbeiter der Aids-Hilfe suchen gebrauchte Nadeln

Geschäftsführer Dietmar Heyde ist das Problem bekannt. Regelmäßig gehen die Mitarbeiter des Vereins das Gelände ab, um gebrauchte Nadeln einzusammeln. Gerade an Feiertagen oder Wochenenden gelinge das aber nicht immer. Wenn Kontakt zu den Konsumenten entsteht, „motivieren wir sie zudem, die Nadeln abzugeben“, sagt Heyde. „Das greift jedoch nicht nachhaltig.“ Der Automat sei im Rahmen eines Landesprogrammes vor etwa vier Jahren installiert worden, auch der Suchthilfeverbund verteilt regelmäßig sterile Spritzen in der Szene – denn diese Maßnahmen schützen präventiv vor Krankheiten wie HIV oder Hepatitis. Bei etwa 3000 Drogenabhängigen in Duisburg decke das den Bedarf aber bei weitem nicht ab.

Bei vielen sei der Suchtdruck so stark, dass sie an Ort und Stelle konsumieren müssen. Aber: „Das machen auch die Klienten nicht gerne in der Öffentlichkeit.“ Daher sind sich Heyde und Becker einig, „dass es einen geschützten Konsum-Raum für die Menschen geben muss“. Das könne etwa ein Unterstand auf dem Gelände sein, mit einem Bewegungsmelder für die Beleuchtung.

Option: Schlüsseltresor der Turnhalle verlegen

Und die Reinigungskosten? Wir als Verein könnten uns das unmöglich leisten“, so Becker. An dieser Stelle sehen beide das Immobilienmanagement der Stadt (IMD) als Eigentümer der Halle gefragt. Becker schlägt zudem vor, den Schlüsseltresor der Turnhalle an den zweiten Eingang zu verlegen. „Dann würden wir zumindest nicht mehr aufeinandertreffen.“

„Der IMD ist grundsätzlich bereit, über Lösungen zu sprechen“, sagt Stadtsprecherin Gabi Priem. Die Pflege eines solchen Unterstandes sei jedoch Sache des Betreibers, also der Aidshilfe. Über mögliche Kosten und die Umsetzung müsse man sich gemeinsam verständigen. Und die Versetzung des Tresors? „Würde 500 Euro kosten“, so Gabi Priem. „Das wäre denkbar, würde das Problem aber nicht grundsätzlich lösen.“

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